Mary Canty: Dia Dhuit Uibh Ráthach. Malerei

(Eröffnung im September 2001)

Landschaftsmalerei aus Irland – das lässt an rauhe Schönheit denken, an
Wolkenspiel am Firmament, an regenverhangene Himmel über schattigen Tälern,
sanfte Hügel, weite Torfebenen, aufgetürmte Steinwälle, Schafe. Und an Grün,
sehr viel Grün. Dafür ist das Emerald Island, die smaragdene Insel, schließlich
berühmt. Schon wenn man es im Original sieht, kann es verdammt kitschig
werden…, und erst auf Leinwand und Karton gebannt…!!
Die Bilder der in Dublin lebenden Künstlerin Mary Canty sind eine Hommage an
die atemraubende irische Landschaft. Mit dem Touristen werbenden Klischee von
der grünen Insel hat das freilich wenig zu tun. Es sind vielmehr durch das
Leben, die Erfahrung gebrochene, in der Abstraktion den Gegenstand höhende
Ansichten.
In ihrer Berliner Ausstellung stellt Mary Canty eine Reihe von Gemälden aus,
die kürzlich während eines Besuchs im Künstlerdorf auf der Inveragh Halbinsel
(Uibh Ráthach) entstanden.
Was enthält sie dem in der Erwartung irischer Landschafts-Malerei
befürchteten Bedienen von Irlandromatik?
Es ist ihre betörende Sinnlichkeit und enorme Kraft, die der Wahrhaftigkeit, dem
Echten der entdeckten und verinnerlichten Landschaft entspringt. Für mich ist
Mary Canty damit so etwas wie eine Botschafterin ihres Landes, der Natur – der
Natur an sich. Sie nähert sich ihr mit wachem Interesse, behandelt sie
spürbar als Partner. Nicht mit der ignoranten Draufsicht des die Natur
beherrschenden, sich unterwerfenden Menschen. Sondern mit Respekt. Das, so
glaube ich, könnte ein Geheimnis der ungewöhnlichen Intensität dieser Bilder
sein.

Beate Lemcke

 

(Abbildung freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Mary Canty, ausschließlich zur Illustrierung dieses Artikels, alle Rechte beim Künstler)

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