Bücher zu Weihnachten schenken
Wer noch Weihnachtsgeschenke sucht – kaufen Sie doch Bücher! Am besten in kleinen Läden. Unsere fünf irischen Lieblingsautoren 2025 waren diese:
Paul Lynch „Jenseits der See“, Klett-Cotta, übersetzt von Eike Schönfeld,192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 22 Euro
Ein Fischer und sein Gehilfe geraten im Roman des Booker-Prize Gewinners aus Irland in eine kammerspielartige Konstellation. Diese zwei Männer, die sich kaum kennen und auf Anhieb so gar nicht mögen, begleiten wir nun an der mexikanischen Küste auf ihrem Fischerboot. Es ist noch einen Monat hin bis Weihnachten. Ein Sturm wird erwartet und besonnene Fischer würden bei der aktuellen Wettervorhersage nicht in See stechen.

Louise Kennedy „Das Ende der Welt ist eine Sackgasse“, aus dem Englischen von Claudia Glenewinkel und Hans-Christian Oeser, Steidl Verlag, 256 Seiten, Leineneinband mit Lesebändchen, 25 Euro
Die Themen, die Louise Kennedy in ihren Erzählungen verhandelt, sind allgemeingültige menschliche. Wir treffen auf Männer und Frauen, die einander verletzen, bewusst und mit Lust. Geraten auf Dorffeste und lernen heidnische Bräuche kennen. Oder Traditionen wie die Jagd und dazu ein Paar mit komplett gegensätzlicher Haltung zum Thema, man kann das Gemetzel (emotional und mittels Waffe) geradezu riechen.
Irland ist oft präsent, die Politik des Landes, die Geschichte mit ihren Hinterlassenschaften aus Jahrhunderten der Unterdrückung durch die Krone. Die Zeit des Nordirlandkonflikts, der wie Metastasen Misstrauen gestreut hat.

Niall Williams „Das ist Glück“, Ullstein Verlag, aus dem Englischen von Tanja Handels, Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 24,99 Euro
Es gibt Bücher, da denkt man beim Lesen: Dieser Roman schreit danach verfilmt zu werden. Doch „Das ist Glück“ von Niall Williams IST schon der Film. Williams schreibt so detailliert und bildreich, dass das Lesen einen in Bann und in die Tiefen einer teilweise vergangenen irischen Welt zieht. Man hört den Regen, spürt die Sonne, riecht den Torf, sieht die Gestalten in ihrer facettenreichen Individualität und das Landleben in seiner rauen Schönheit.
Hach!

Christine Dwyer Hickey „Alle unsere Leben“, aus dem Englischen übersetzt von Kathrin Razum, Unionsverlag, Hardcover, 560 Seiten, 26 Euro
Ist dies ein Buch übers Gelingen und Scheitern von Biographien? Irgendwie schon, wobei es solche Kategorien gar nicht geben sollte. Außerdem klingt das viel zu mechanisch und unsinnlich. Der Roman von Christine Dwyer Hickey ist im Gegenteil voller Wärme und Empathie.
Vielleicht ist es eher ein Buch über Magnetismus. Die Anziehung zwischen einem Mann und einer Frau in einem Kraftfeld mit vielen Ereignis-Magneten, die mal schwächer und mal stärker sind und dahin ziehen oder dorthin. Aber ein Liebe-auf-Umwegen Schmachtfetzen ist es auf gar keinen Fall, das würde schwer enttäuschen nach dem Vorgänger-Roman der Autorin „Schmales Land“, der so wunderbar war.

Colum McCann „Twist“, übersetzt von Thomas Überhoff, Rowohlt, gebundene Ausgabe mit Lesebändchen, 409 Seiten, 28 Euro
Wahrscheinlich verorten die meisten Menschen die Cloud mit ihren Nachrichten und Fotos, mit all den Daten, in der Luft. Dabei wird nur ein Bruchteil des Internets über Satelliten abgewickelt. Vielmehr leiten Kabel auf dem Meeresgrund unsere Informationen. Milliarden Impulse senden Texte und Stimmen von A nach B. Sie schießen in Lichtstrahlen durch hauchdünne Fasern aus Glas. Greifbar als kalte nasse Kabel unterm Wasser. McCann selber ist auf Schiffen mitgefahren und hat sich das Tauchen beibringen lassen.

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